So viele neue Eindrücke
Nachdem die Mandelentzündung schon nach kurzer Zeit deutlich besser wurde, taut Nancy in kleinen Schritten immer mehr auf. Direkt vorweg: Sie bleibt ein eher fauler Hund, von wem sie sich das nur abguckt. Am liebsten liegt sie auf ihrem Platz und schläft. Die Couch ist ihr noch nicht ganz geheuer.
Außer natürlich der Rudelführer ist nicht da, dann kann man die ganzen spannenden Orte erkunden, in die man sonst nicht hinein darf. So ein Pfannenwender ist ein tolles Hundespielzeug, es knackt sobald man darauf kaut. Schwämme sind auch super zum Zerreißen. Sobald Herrchen aber nach Hause kommt, liegt sie schlafend im Körbchen. Die interessanten Sachen müssen einfach gut und vor allem hoch versteckt werden.
Spazierengehen vs. Spazierenstehen
Nancy freut sich immer, wenn ich Leine und Geschirr hole. Dann geht es nach draußen. Sind wir dann draußen, ist es oft nach wenigen Schritten wieder genug. Dann bleibt sie einfach stehen und lässt sich bitten. Nur wenn sie einen spannenden Geruch in die Nase bekommt, dann springt ihr Dickkopf ein und zieht ins nächste Dornengebüsch, vorsichtig wird mit Laub bedeckter Waldboden erschnüffelt oder an Baumstämmen gerochen.
Vor ein paar Tagen wirkte es wie ein freudiges Entdecken, als wollte sie alle Gerüche, die sie noch nie gerochen hat, einsaugen und erleben. Die streckenmäßig eher kurze Runde durch den Wald wurde zu einer langen Schnüffelaktion. Jeder Ast, jede Tannennadel, jedes Blatt, der Bach usw. wurden zum ersten Mal in Augenschein genommen.
Gut, dass Herrchen so groß ist
Natürlich merkt man ihr auch noch etwas Angst an. Sie geht wunderbar souverän und vorsichtig abwartend auf Menschen und Kinder zu. Sie lässt sich auch von stürmischeren Kindern umarmen und streicheln. Doch gerade andere Hund sind eher etwas gruselig. Versteht auch kein Grey wozu es diese riesigen Pelzträger oder knöchelhohe Wollsocken gibt. Da geht sie dann am liebsten hinter mich und mag lieber an der kurzen Leine geführt werden.
Als wir am Freitag aus dem Wald zurück zum Auto gingen, kam uns ein sehr großer, wild springender und knurrender Bär von Hund entgegen. Der Mann am Ende der Leine rief bereits, »kommt ruhig durch, ich bin Hundetrainer.« Nancy und ich fragten uns, wer da wen trainiert. Eng an mich geschmiegt haben wir es geschafft, am knurrenden Ungetüm vorbei zu schreiten, als gäbe es gar keinen anderen Hund. »War da was?«