Krank

Was eine Aufregung

Das war ja ein spannendes Osterfest in diesem Jahr. Nachdem Nancy den ersten Besuch super entspannt gemeistert hat, wurde sie Abends immer schlapper. Zum letzten Wiesengang wollte sie gar nicht mehr aufstehen und fing plötzlich ganz schlimm an zu husten und zu würgen. Da rutschte mir das Herz aber ganz schön in die Hose.

Doch erstmal ging dann doch alles gut weiter. In der Nacht wurde der Husten dann aber dauerhaft und schlimmer, sehr laut. Also sind wir nach kurzer Beratung mit dem tollen Team des Vereins noch am Ostermontag in die Tierklinik gefahren. Dort wurde dann eine Mandelentzündung diagnostiziert. Und wir konnten gleich feststellen, dass Wartezimmer voller Katzen, Welpen und anderer Hunde sowie Männer mit Spritzen keinen Grey aus der Ruhe bringen müssen. Selbst die pöbelnden Hunde aus dem Park neben an führten eher zu neidischen Blicken der anderen Besitzer als zu einer aufgeregten Nancy. Da war ich wohl aufgeregter!

Dafür aber war sie am Abend, als die Schmerzmittel nachließen nur noch ein hechelndes und in Schnappatmung zusammenfallendes Häufchen Elend. Der Hals muss am Abend wirklich doll weh getan haben. Es gab sogar ein Winseln. Und der Schal um ihren Hals tat ihr sichtlich gut.

Mir tut mein Hals so weh!

Nancy dreht auf

Nur wer glaubt, dass sie das die Nacht über ausnocken würde, hat falsch gedacht. Scheinbar gab es so gegen 2 Uhr in der Nacht einen überraschenden Besserungsschub. Plötzlich lief ein wilder Hund schnüffelnd durchs Schlafzimmer. Ein Hund der vorher Leckerchen eher liegen lies und sie sich eher in den Mund stecken lies, suchte scheinbar nach Futter. Dann war sogar mitten in der Nacht und im Halbdunkeln die böse offene Treppe, die vorher nur zitternd auf meinem Arm überwunden wurde, gar nicht mehr so gruselig. Sie wurde tänzelnd überwunden, als gäbe es nichts tolleres. Dann kann man schließlich unten ungestört nach Futter suchen. Vielleicht kommt man ja doch noch oben dran.

Erst Recht, wenn man die Treppe bis zur Hälfte hoch klettert und dann durch die offenen Ritzen Hals und Nase ganz lang um die Ecke biegt, riecht man schon das Futter. So kann man vor allem Herrchen schön auf Trab halten. Noch dazu, wenn man dann versucht, acht Stufen mit einem Sprung auf den glatten Fußboden zu überwinden. Nächster Schreckmoment!

Nachdem ich sie dann bei geschlossener Tür ins Schlafzimmer genommen habe und eine Viertelstunde schnüffelndes herumlaufen ignoriert habe, konnte sich selbst die vor ein paar Stunden noch todkranke Nancy wieder hinlegen und einschlafen. Ganz ohne schmerzendes Hecheln und mit ruhiger Atmung.

Übung macht die Meisterin

Nach unserer heutigen Gassirunde über die Brehminsel, wie toll sie an allen Hunden souverän vorbei marschiert, wollte sie diese offene Treppe dann unbedingt weiter erkunden. Dass sie einen Dickkopf haben würde, hatte ich schon im ersten Moment mit der Leine gedacht, und das bewahrheitet sich nun. Ganz gleich ob die Pfoten durch die Stufen rutschen könnten, hochklettern bis zur Hälfte macht ihr Spaß, kann man dann doch von oben viel besser Schnüffeln und Schauen.

Nancy möchte auch im Büro dabei sein.

Also habe ich die neu gefundene Freude an Futter ausgenutzt und mit ihr »sicheres« Treppensteigen geübt. Vorsichtig hinauf und wieder herunter. Erst nur halb, dann die ganze Treppe, eine Hand am Geschirr, falls sie abstürzt. Jetzt läuft sie schon viel vorsichtiger und versucht nicht mehr zu springen. Vor allem nachdem sie herausgefunden hat, dass langsames und sicheres Treppensteigen zu Futter führt, will sie mit dem Kunststück gar nicht mehr aufhören. Jetzt sitzt sie sogar im engen Büro und will nahe bei mir sein. Allerdings ist es ihr hier auf Dauer zu ungemütlich. So verschwindet sie dann doch lieber im Luxuskörbchen im Schlafzimmer und stöhnt schnarchend vor sich hin.