Wie läuft es mit Nancy?

Nancy kommt an

Endlich komme ich nach dem ganzen Beratungs- und Notenkonferenzmarathon dazu mal wieder eine Wasserstandsmeldung zu Nancy zu schreiben. Ich traue es mich kaum zu sagen, aber Nancy scheint wirklich angekommen zu sein. Sie freut sich an jedem langen Tag total auf die Gassigeherin. Diese wird wohl -angeblich- stürmisch mit Freudensprüngen und Pfoten auf den Schultern begrüßt. Nicht dass ich eifersüchtig wäre, aber ich bekomme nach einigen Stunden Abwesenheit maximal zwei Schwanzwackler.

Ach aber letztlich möchte ich auch nicht, dass sie voller Stress losläuft, weil ich nach Hause komme. Ein ruhiges Ankommen ist da sicher gesünder. Außerdem zeigt sich ihre Zuneigung in so vielem anderen. Wenn sie sich erschrickt, läuft sie zu mir und versteckt sich hinter dem großen Mann. Wenn ich pfeife, läuft sie brav zu mir und erwartet Leckerchen. Gut, zugegeben, das klappt nur, wenn der Dickkopf gerade nicht eingeschaltet ist. Aber erst vor ein paar Tagen, saß ich bei einem Freund auf der Terasse, während sie den Garten erkundete. Es war dunkel und ich wollte nicht riskieren, dass Mäuse zum Rennen rufen. Weil ich sie aber nicht gesehen habe (sie war tief in einem Gebüsch) habe ich nur gepfiffen und sah einen Greyhound mit wedelnden Ohren auf mich zulaufen!

Am liebsten liege ich in der Sonne^^

Blicke perfektionieren

Außerdem scheint sie ihre Mimik immer stärker zu kontrollieren. Als es in der letzten Woche die ersten warmen Tage gab, legte sie sich tagsüber immer auf den Teppich vor dem Balkon. Da ich das Rollo immer herunterlasse, um möglichem Jagdgut vorzukommen, bleibt nicht viel Platz für Sonnenbaden. Dennoch legt sie sich genau in den von der Sonne erwärmten Bereich und schaute mich sehr flehend an, als ich Nachmittags das Rollo weiter runter lassen wollte, um das Aufheizen zu verhindern.

Vor allem wenn uns Frauen begegnen, wird der hübscheste Blick aufgesetzt. Frauen scheinen ihr besonders gut zu gefallen, dann wird mit dem Schwanz gewedelt und der Kopf vorsichtig bittend mit leicht gespitzten Ohren zur Hand bewegt. Da muss man aufpassen, dass dieser Blick nicht zu sehr konditioniert wird. Nachher darf der Hund damit noch alles. An einigen Tagen machte sie sich auch einen Spaß daraus, auf der halben Treppe zu sitzen und das Treiben im Wohnzimmer zu betrachten. Von hier kann man sowohl das Hundefutter riechen als auch Herrchen beim Kochen beobachten.

Von hier hat man den perfekten Blick und kann das Futter erriechen…

Spielen, Kuscheln und Bellen

Mittlerweile fordert sie mich sogar zum Spielen auf. Dann dreht sie sich auf den Rücken, schnüffelt laut und dreht wild ihren Kopf. Gerne wird sich dann auch ganz lang gestreckt. So kann jeder sehen, wie groß sie ist. Dann möchte sie an Hals und Bauch gestreichelt und gekrault werden. Gerne »verkriecht« sie sich dann auch zwischen meine Arme. Wenn sie dann ihren Mund kurz aufreißt und dann an der Hand leckt, könnte man schon Respekt bekommen.

Vor ein paar Tagen hat sie in solch einer Situation sogar mal kurz gebellt. Wobei sie scheinbar selber erschreckt darüber war, dass sie das kann. Nachmittags gab es dann sogar noch ein zweites Bellen, als sie im Garten der Nachbarn auf Entdeckungstour etwas umgeschmissen hatte und sich dabei sehr erschreckt hat. Wenn sie entspannt liegt und schläft, dann grinst sie manchmal so toll. Das sieht einfach super aus!

Bitte spiel mit mir und kraul meinen Hals!

Große Wiesen sind toll

Gerade große Wiesen, bei denen sie den Blick schweifen lassen kann, gefallen ihr gut. Da konnten wir die Schleppleine auch so richtig gut nutzen. Sie läuft hinter mir her, bleibt manchmal stehen und wartet auf das »hier«-Kommando, um ein Leckerchen abzustauben. Aber auch Suchspiele nach Leckerchen gefallen ihr super. Ich wollte ihr das Mitlaufen neben mir attraktiver machen, also lies ich immer Mal etwas fallen. Sie musste also aufpassen und nah bei mir bleiben, wenn sie mitbekommen wollte, wohin es fällt.

Ich bin ja so ein großer Hund!

Das haben wir immer weiter getrieben. Irgendwann hat sie verstanden, dass sie darauf achten muss, wohin ich etwas werfe. Wenn es hüpft, setzt sie mittlerweile die Nase ein und schnüffelt danach. So findet sie sogar im tiefen Laub oder Wiese das Leckerchen. Zur Not kommt sie zurück zu mir und reagiert auf das erneute Suchkommando mit einem Zeigen durch meinen Finger; vorausgesetzt ich weiß noch wo es hingeflogen ist. Die ersten Male konnte man sehen wie schnell ihre Konzentration nachließ. Mittlerweile weiß sie genau, wenn meine Hand in eine Tasche verschwindet, Augen und Ohren gespitzt und Nase startklar und hinterher. Selbst wenn ich sie ablenke und etwas über die Wiese herziehe, beginnt sie der »Spur« schnüffelnd zu folgen.

Dadurch läuft sie jetzt wieder richtig toll an der Leine. Sie hat Spaß am Spazierengehen und die Schleppleine stört sie nicht wirklich. Vor ein paar Tagen steckte sie auf einer Wiese tief in einem Mauseloch, schnüffelnd, und ich rief sie und sie kam auf der Stelle angerannt zu mir. Das war wirklich toll, klar das klappt nicht immer, Frauen in der Nähe lenken sie zum Beispiel sehr ab, kann ich durchaus verstehen. Trotzdem zeigt es, wie toll sie sich macht.

Und ich bin noch so viel größer!

Ratten, Mäuse und Füchse

Nancy steht auf kleines Wildgut in der Dämmerung. Sie schnüffelt liebend gern an Mäuse- und Rattenbauten. Wenn Mäuse in Gärten laufen, dann will sie hinterher. Ihr Muskeln spannen sich unglaublich an und sie steht wie unter Strom da. Als wir vor ein paar Tagen die letzte Gassirunde machten, haben wir einen Fuchs getroffen. Der war auch sehr spannend. Auf der anderen Seite interessiert sie sich für größeres Wild nicht, Federvieh hat vor ihr zwar großen Respekt aber wird eher als fliegendes irgendwas angesehen.

Schule geht auch

Gestern und heute war Elternsprechtag bei uns. Daher dachte ich ist es eine gute Chance, auszuprobieren, wie sie darauf reagiert. Ich habe sie gestern nachmittag geholt bzw. heute direkt mitgenommen. Man merkt, sie ist einfach ein Frauenmagnet. Alle Lehrer(innen) kamen zu uns und wollten »den Hund« mal streicheln und beschauen. Aber auch die Eltern und Kinder waren sehr erfreut. Meine Mitklassenlehrerin meinte, es wäre so angenehm, die Atmosphäre wäre so ruhig und entspannt. Dabei lag Nancy einfach nur in ihrer Ecke auf einer Decke und schnurrte manchmal im Schlaf.

Kurzum: Nancy passt zu mir und wir machen es uns nett. Es ist toll, dass sie nun zu mir gehört!